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Hochzeitsfotograf aus purer Leidenschaft – wie alles begann. (Teil 1)

1 Comment | This entry was posted on Jun 03 2010

Wenn ich heute gefragt werde seit wann ich schon als Hochzeitsfotograf tätig bin, komme ich immer wieder ins Grübeln und muss schon sehr angeregt nachdenken. Hinzu kommt, dass man ja auch jedes Jahr wieder um genau ein Jahr älter wird und diesen Fakt in seine Rückrechnung mit einbeziehen muss. Ich glaube es war so vor ca. 9-10 Jahren – eigentlich genau zu diesem Zeitpunkt als Canon seine erste digitale Spiegelreflex Kamera mit sagenhaften 3 Millionen Pixel zu einem Straßenpreis von über 6.500 DM an den Start gebracht hatte. Ein guter Freund fragte mich seinerzeit, ob ich nicht seine Hochzeit fotografieren wollte und so zog ich zum ersten Mal los und gab meinen Einstand als Hochzeitsfotograf. Fotografiert hatte ich diese Hochzeit dann noch parallel mit je einem analogen und einem digitalen Body. Überraschender Weise aber mochte ich von diesen Tag an keine Filme mehr belichten. Die Ergebnisse waren einfach damals schon so überzeugend dass ich fortan nur noch digital fotografierte.

Zu dieser Zeit waren kreative Fotografen die ganztägige Hochzeitsreportagen anbieten noch sehr dünn gesät und der Markt für Hochzeitsfotografie wurde von lokalen Fotostudios dominiert.  Unter Kollegen gehörte der „Hochzeitfotograf“ nicht gerade zur Elite fotografischen Schaffens und auch Agenturen gegenüber erntete man sehr schnell unterdrückten Hohn und heimlichen Spott für diese Tätigkeit. Der klassische Hochzeitsfotograf tanzte an den Samstagen auf gleich mehreren Hochzeiten und war berühmt für seine typischen Brautpaarposen. Sicher mal nett anzusehen aber dennoch irgendwie bieder und vorsichtig langweilig. So rein gar nicht meine Welt. Erschwerend kommt hinzu, dass ich von Hochzeitsfesten rein persönlich gar nicht angetan war, klangen doch immer noch die schaurigen Erinnerungen in meinem Kopf an die Hochzeit eines Familienmitglieds. Ich durfte im zarten Alter von 12 Jahren gewesen sein, als ich gegen meinen Willen meiner ersten und lange Zeit einzigen Hochzeit beiwohnen musste. Der Tatort lag in einem 100 Seelen Dorf irgendwo im Fichtelgebirge und der dort ansässige Landgasthof war der gruselige Schauplatz einer Veranstaltung die mich Jahre später noch davon abhalten sollte, mich mit der Hochzeitsfotografie zu beschäftigen.

In dieser rustikalen Tristesse wurde Bier und Schnaps gleichermaßen eilig konsumiert und während das Brautpaar alberne Spiele absolvieren musste, schunkelte die ältere Generation gemütlich zu der eigenwilligen Musik einer drittklassigen Musikkapelle auf den Biertischen hin und her.

Doch zurück zum Thema.

Mein Freund und seine Frau waren sichtlich angetan von meinen ersten Gehversuchen als Hochzeitsfotograf und ich irgendwie auch. Vielleicht war es einfach auch nur die Freude des Glücklichen Paares über ihre Hochzeitsbilder die wohl irgendwie auf mich übergesprungen ist. Nichts desto trotz fotografierte ich danach doch lieber wieder Musiker, Streetdancer und sonstige Artisten und trieb mich neben Konzertveranstaltungen auch immer wieder in Clubs- und Diskotheken umher um das feiernde und gut gelaunte Partyvolk zu fotografieren. Hier fand ich zunächst immer den fruchtbaren Nährboden meiner fotografischen Leidenschaft. Ich wollte Menschen fotografieren und ich wollte Stimmung in meinen Bildern sehen. Freude, Lachen, gute Laune, das positive Feedback der Menschen ernten die ich fotografierte. Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern als ich während einer Umbaupause auf der Bühne eines Open Air Konzertes mit über 10.000 Zuschauern zum Bühnenrand vorlief, meine Kamera ans Auge führte und auf einmal die Masse der Musikfreunde der etwas härteren Gangart anfingen zu winken, zu schreien und zu grölen und sich von mir zu noch mehr Aktionen hinreisen ließen. Das war ein unglaublich berauschendes Gefühl und irgendwie fühlte ich mich in diesem Moment fast selbst wie ein Rockstar.

Weitere Informationen und viele Hochzeitsbilder finden Sie auf meiner Hochzeitsfotografen Webseite.